50 km auf der Mecklenburgischen Seenplatte
von Kai Sackmann (Sacki)

Die Mecklenburgische Seenplatte ist die größte, zusammenhängende Seenlandschaft in Deutschland. Sie besteht aus fast 1000 einzelnen Seen, die häufig über Fließgewässer oder Kanäle miteinander verbunden sind, so das man hier ausgedehnte Wasserwander-Touren durchführen kann. Damit ist die Mecklenburgische Seenplatte das beliebteste Kanurevier Deutschlands.

In meinen Videos
mache ich eine mehrtägige Packraft-Tour über 19 Seen durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Ich stelle hier die knapp 50 km lange Strecke vom Breiten Luzin bis zum Ziernsee vor.

Der
Einstieg fand am Campingplatz "Camping am Bauernhof" statt, der direkt am Ufer des Breiten Luzin liegt. In Richtung Süden geht es schon nach kurzer Zeit unter der L34 hindurch und in den Schmalen Luzin hinein. Dieser See ist ausgesprochen langgezogen und muss nun, über etwa 6 km, der Länge nach durchpaddelt werden. Am äußeren Ende des Sees gibt es einen unscheinbaren Kanaleingang, der nur durch ein kleines Schild markiert ist. Er führt mich auf die sehr flache Bäk, ein Kanal in Richtung Carwitzer See. Im Örtchen Carwitz muss das Boot hier über eine Strasse umtragen werden. Die Einsetzstelle liegt nur wenige Meter entfernt, ist bei Niedrigwasser jedoch kaum nutzbar, so das man die Bäk ein Stück weit durchwaten und das Boot hinter sich her ziehen muss. Der teilweise recht tiefe Morast, kann dies jedoch deutlich erschweren. Weiter geht es auf dem Carwitzer See in Richtung Südwest, wo ich dann eine Passage zum Dreetzsee nehme. Auch dieser wird der Länge nach durchpaddelt, bis zu seinem südlichsten Ende. Rechts neben dem Badestrand gibt es einen Anleger, denn hier muss das Boot nun etwas weiter getragen werden. Ich folge dem Hauptweg des Campingplatzes, bis zu seinem Eingangsbereich und folge den Schildern in Richtung Krüselinsee. Hier geht es wieder aufs Wasser. An seiner Südspitze erreiche ich die Krüseliner Mühle. An dieser Stelle habe ich jedoch Probleme den Einstieg in den kleinen Mechowsee zu finden und umtrage diesen daher. Erst am Großen Mechowsee gehe ich wieder ins Wasser. An seiner Südspitze finde ich einen Kanal in Richtung Mühlteich, der mich durch eine traumhafte Wasserllandschaft führt (einer der schönsten Streckenabschnitte). Der Mühlteich ist schnell durchpaddelt und an seinem südlichen Ende treffe ich auf die Kolbatzer Mühle. Hier dürfte man, gegen ein kleines Endgeld, sein Zelt auf dem Biwakplatz aufschlagen, dafür stehen dann aber auch Toiletten usw. zur Verfügung. Ich trage mein Boot hier jedoch nur kurz um und steige am Mechowbach wieder hinein. Der Bach zeigt sich anfangs recht schmal und flach, wird mit der Zeit jedoch immer besser fahrbar. Bei Niedrigwasser wird man sein Boot hier zu Beginn eventuell etwas ziehen müssen. Die nächste Umtragestelle kommt an der Schreibermühle, an der ebenfalls wieder ein Biwakplatz zu finden ist. Er ist kostenlos und hier baue ich auch mein erstes Nachtlager auf.

Am nächsten Tag geht es wieder auf den Bach, der mich jedoch schon nach einem sehr kurzen Fahrstück auf den Großen Küstrinsee entlässt. Diesen überquere ich bis zur Ortschaft
Küstrinchen. Direkt hinter dem Ort kann ich noch einige Meter in den Küstriner Bach paddeln, bevor ich am Fischerhof wieder auf eine Umtragestelle stoße. Hier gibt es nun eine wichtige Besonderheit. Der Küstriner Bach darf zwischen dem Fischerhof und dem Biwakplatz Fegefeuer nur bei einem Mindestpegel von 30 cm befahren werden. Eine entsprechende Bandansage kann über die Telefonnummer 039888 64542 abgehört werden. Es finden sich aber auch zahlreiche Hinweistafeln auf der Strecke bis hierher. Bei mir reichte der Wasserstand leider nicht aus und so mache ich mich zu Fuß auf den Weg zum Biwakplatz Fegefeuer (ca. 4,5 km). Hier mache ich mein Boot wieder startklar und paddle auf dem Küstriner Bach in Richtung Nordwest zum Oberpfuhl See. Diesen überquere ich nach Süden, um dann kurz vor einer Engstelle bei der Ortschaft Lychen auf den Stadtsee umzutragen. Nur kurz über die Strasse und weiter geht es. Wird dieser nach Westen durchpaddelt führt er automatisch auf den Großen Lychensee. Diesen überquere ich entlang der Insel Langes Werder, um dann am südwestlichen Ende auf die Woblitz zu treffen, die zu einem breiten Schifffahrtskanal ausgebaut wurde. Sie führt zum recht kleinen Haussee und dann zur Schleuse Himmelpfort. Da sich die Schleusentore kurz vor meinem Eintreffen schließen und ich nicht zu lange warten möchte, umtrage ich den Schleusenbereich und setze am Stolpsee wieder ein. Hier geht es für mich nach Westen und über einen weiteren Kanal (Siggelhavel) zum Schwedtsee. Auf ihm paddle ich jedoch nur ganz kurz links ums Eck, in den Baalensee hinein. An seinem westlichem Ufer findet sich die Schleuse Fürstenberg/Havel, die ich dieses Mal auch nutze. Ohne Wartezeiten beträgt die reine Schleusungszeit etwa 20 Minuten. Über die Schleusenhavel nach Westen, geht es auf den Röblinsee, an dem ich mir ein zweites Nachtlager suche.

Der dritte Tag startet auf dem Röblinsee, den ich in westliche Richtung überquere. An seiner Nordwest-Ecke findet sich ein Kanal (Steinhavel), der mich weiter nach Westen führt. An der
Steinhavelmühle treffe ich erneut auf eine Schleuse, diese wird jedoch von einem Schleusenwärter betrieben (ab 09:00 Uhr!). Ganz nebenbei erweist sie sich auch als die schnellste Schleuse die ich kenne, keine 6 Minuten verbringe ich in der Schleusenkammer. Dem ruhigen Kanal folgend, erreiche ich zuerst den Menowsee und kurze Zeit später dann den Ziernsee. Diesen muss ich nur noch überqueren, um am nordwestlichen Ufer mein Ziel zu erreichen - den "Campingplatz am Ziernsee".

Liebe Grüße
Sacki


Koordinaten: (Die Links führen zu GoogleMaps!)
- Einstieg: 453.346874, 13.458202 (Video Teil 1 - 03:43 min)
- L34:
53.343765, 13.460426 (Video Teil 1 - 05:05 min)
- Schild in die Bäk:
53.304874, 13.439682 (Video Teil 1 - 14:28 min)
- Passage zum Dreetzsee:
53.298879, 13.440969 (Video Teil 1 - 18:28 min)
- Anleger Dreetzsee:
53.283334, 13.433099 (Video Teil 1 - 20:33 min)
- Einstieg Krüselinsee: 53.281217, 13.427402 (Video Teil 1 - 22:21 min)
- Kanal Großer Mechowsee - Mühlteich: 53.255241, 13.405850 (Video Teil 2 - 04:36 min)
- Kolbatzer Mühle (Biwakplatz): 53.242932, 13.393045 (Video Teil 2 - 13:49 min)
- Einstieg Mechowbach
: 53.242068, 13.391615 (Video Teil 2 - 14:25 min)
- Schreibermühle (Biwakplatz): 53.233260, 13.386138 (Video Teil 2 - 18:20 min)
- Fischerhof Küstrinchen: 53.221667, 13.377383 (Video Teil 3 - 08:28 min)
- Biwakplatz Fegefeuer: 53.209477, 13.344574 (Video Teil 3 - 11:36 min)
- Umtragen auf Stadtsee: 53.208134, 13.319023 (Video Teil 3 - 16:56 min)
- Woblitz: 53.191125, 13.272412 (Video Teil 3 - 21:57 min)
- Schleuse Himmelpfort: 53.177331, 13.230264 (Video Teil 4 - 01:00 min)
- Kanal zum Schwedtsee: 53.179530, 13.185847 (Video Teil 4 - 04:35 min)
- Schleuse Fürstenberg/Havel: 53.181311, 13.145887 (Video Teil 4 - 06:41 min)
- Schleuse Steinhavelmühle: 53.191989, 13.107258 (Video Teil 4 - 20:10 min)
- Campingplatz am Ziernsee: 53.206412, 13.068646 (Video Teil 4 - 23:30 min)

KML-Datei: Gesamtstrecke Breiter Luzin - Ziernsee
- 19-Seen-Tour (Download-Datei einfach mit GoogleEarth oder Garmin BaseCamp öffnen!)