Gefahr: Fuchsbandwurm
von Kai Sackmann (Sacki)


Allgemeines:

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Der Fuchsbandwurm ist eine Bandwurmart. Der Wurm ist nur ca. 3 Millimeter groß und nistet sich im Darm des Fuchses ein. Dort scheidet er dann pro Tag bis zu 200 Eier aus, die der Fuchs durch seinen Kot in die Umgebung abgibt. Da ein befallenes Tier aber bis zu 100 erwachsene Würmer beherbergen kann, die auch alle Eier produzieren, ist die Zahl der ausgeschiedenen Eier dementsprechend um ein Vielfaches höher. Diese Eier sind sehr beständig gegenüber verschiedensten Umwelteinflüssen. Typische Zwischenwirte des Fuchsbandwurmes sind nun verschiedene Nagetiere, wie Mäuse und Ratten. Im Fuchskot finden sich zumeist noch Nahrungsreste wie Samen oder Insektenreste, welche den Nagetieren als Nahrung dienen. Mit dieser nehmen sie jedoch auch die ausgeschiedenen Eier des Fuchsbandwurmes auf und infizieren sich. Die Eikapseln lösen sich auf, die Larven schlüpfen und wandern zu Leber, Lunge, Herz und Milz des Zwischenwirtes. Dort zersetzen sie das Gewebe, der Zwischenwirt wird immer schwächer und stellt somit wiederum eine leichte Beute für den Fuchs dar. Somit schließt sich der Kreislauf. Es ist jedoch auch möglich, dass unsere Hunde und Katzen einmal eine geschwächte und infizierte Maus fangen und fressen. Für die Endwirte (Fuchs, Hund, Katze) ist der Wurmbefall ohne besondere Auswirkungen. Beim Menschen aber kann er eine lebensgefährliche Erkrankung (Echinokokkose) auslösen. Der Mensch ist zwar ein sogenannter Fehl-Zwischenwirt, da die Larven nicht an die Endwirte weitergegeben werden, sie bewirken in unserem Körper aber dasselbe, wie auch in dem der Nagetiere.

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Ansteckung:
Der Fuchsbandwurm ist mittlerweile in ganz Deutschland mehr oder weniger verbreitet und pro Jahr gibt es in Deutschland etwa 20 bis 30 Neuinfektionen. Eine Infektion mit den Bandwurmlarven bedeutet allerdings nicht automatisch auch eine Erkrankung. Das Verhältnis von Infizierung zu tatsächlicher Erkrankung liegt etwa bei 10 : 1 - ist also sehr selten. Zu Beginn einer Infektion treten kaum Symptome auf. Selbst nach vielen Jahren treten zunächst nur unspezifische Anzeichen, wie Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit auf. Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Larvengewebe im Körper aber meist schon eine beträchtliche Größe erreicht. Leber, Lunge und Gehirn sind befallen und werden langsam weiter und weiter zerstört. Meist wird die Krankheit erst nach 10 bis 20 Jahren bemerkt, weshalb es auch sehr schwer ist einen Ansteckungsweg festzustellen. Operationen sind kaum Erfolg versprechend. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist übrigens nicht möglich.
Häufig hört man nun davon, dass eine große Gefahr von bodennah wachsenden Früchten und Kräutern ausgeht. Die Füchse könnten die Bandwurmeier ja auch in ihrem Fell tragen und sie so beim Vorüberstreichen an die Pflanzen abgeben. Ausserdem könnten die Pflanzen auch durch Fuchskot verunreinigt sein. Jedoch ist bisher für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich auf diese Weise angesteckt hätte. Nach aktuellem Wissensstand besteht beim Verzehr von Pflanzen und Beeren aus dem Wald keinerlei Infektionsgefahr für uns Menschen. Die genauen Hauptansteckungswege sind bis heute noch nicht ganz geklärt. In den meisten der gemeldeten Fälle waren immer Hunde- oder Katzenbesitzer betroffen. Man geht davon aus, dass die Bandwurmeier jeweils durch das Berühren oder Streicheln des Tieres und den anschließenden, ungewaschenen Kontakt zum Mund übertragen wurden. Beim Umgang mit unseren Haustieren, die sich auch im Wald oder zumindest in Waldnähe aufhalte, ist Hygiene also der beste Infektionsschutz für den Menschen. Gleiches gilt natürlich auch für Jäger beim Kontakt mit toten Füchsen.
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Schutz:
Trotzdem wird natürlich empfohlen das Sammelgut nach Möglichkeit immer gründlich zu waschen oder abzukochen. Umso höher eine Pflanze oder ein Pflanzenteil vom Boden aus wächst, umso sicherer ist sie. An Tierpfaden sollte man das Sammeln von Pflanzen und Beeren vermeiden. Füchse defäkieren übrigens hauptsächlich dort, wo sie Beute gerissen haben. Gerne aber auch an höher liegenden Stellen, wie zum Beispiel auf umgefallenen Baumstämmen, um dort ihr Revier zu markieren.

Beim Trainieren von Survival-Techniken sollte man zusätzlich beachten, dass man die Bandwurmeier auch aufnehmen könnte, indem man die eigentlichen Zwischenwirte (Nagetiere) als Notnahrung verwendet. Sicher abgetötet werden die Bandwurmeier nur, wenn man das Nahrungsgut für mehrere Minuten auf über 70° Celsius erhitzt. Das Einfrieren oder Einlegen von Kräutern und Früchten in Alkohol oder Öl reicht dagegen nicht aus, um die Eier abzutöten und sie sterben auch erst ab -80° Celsius ab.