Meine wichtigsten Outdoor-Knoten
von Kai Sackmann (Sacki)

Bei Outdoor-Aktivitäten hat man immer wieder Kontakt zu Bandmaterial und Seilen, die man dann für die verschiedensten Anwendungen zu Knoten knüpfen muss. Hier eine Übersicht der Knoten, die ich bei meinen Unternehmungen am häufigsten verwende.
1. Achterknoten (Art: Anschlagknoten / Verbindungsknoten)

Der Achterknoten ist einer der bekanntesten und wichtigsten Anschlag- und Einbindeknoten, da er eine sehr sichere und feste Schlaufe bildet. Ich verwende ihn um ein Seil, an dem ich auf oder absteigen möchte, zu befestigen. Beim Toprope-Klettern mit einem Partner dient er zum Einbinden des Klettergurtes an das Seilende. Bei der Personensicherung wird es empfohlen, den Achterknoten mit einem Sicherungsknoten zu sichern (Doppelter Spierenstich). Er eignet sich auch sehr gut, um zwei gleichstarke Seile miteinander zu verbinden.

Bruchlastreduzierung ca. 35 %
2. Ankerstich (Art: Schlinge)

Der Ankerstich ist ein ausgesprochen einfacher Knoten zur Bildung einer Schlaufe, die sich unter Belastung zuzieht und bei Entlastung dann auch wieder einfach zu lösen ist. Er darf jedoch nicht einseitig belastet werden, da er sich ansonsten lösen kann. Ich nutze ihn zum Beispiel, um mein Klettersteigset an meinem Klettergurt anzubringen.
3. Doppelter Spierenstich (Art: Verbindungsknoten)

Der Doppelte Spierenstich ist ein vielfach verwendbarer Knoten. Man kann mit ihm zum Beispiel zwei gleichstarke Seile oder Leinen verbinden, weshalb er sich auch sehr gut zum Herstellen von Prusikschlingen eignet. Des Weiteren nutzt man ihn als Sicherungsknoten, um das Aufziehen von Anschlagknoten zu verhindern.

Bruchlastreduzierung ca. 40 %
4. Ewenkenknoten / Sibirian Hitch (Art: Schlinge)

Hat man das Prinzip dieses Knotens erst einmal verstanden, ist der Ewenkenknoten recht einfach und schnell zu knüpfen. Ich verwende ihn zum Anbinden der Tarp-Firstschnur an einen Baumstamm oder auch zum Aufhängen einer Hängematte, wenn nur einfaches Seilmaterial zur Verfügung steht. Der er auf Slip gelegt ist, lässt er sich ausgesprochen leicht wieder lösen.
5. Halbmastwurf (Art: Sicherungs- und Abseilknoten)

Beim Halbmastwurf handelt es sich um einen Bremsknoten mit hoher Bremskraft. Durch Umlenkung und Reibung des Seils im Knoten erhält man eine gute Kontrolle über den Seildurchlauf. Der Bremsknoten eignet sich zum Abseilen und Sichern eines Partners und sollte auch für die Fälle beherrscht werden, in denen kein Abseil- oder Sicherungsgerät zur Verfügung steht oder ein solches verloren gegangen ist. Er sollte möglichst nur in einem birnenförmigen Karabiner (HMS) verwendet werden.
6. Hasenohrenknoten (Art: Anschlagknoten)

Der Hasenohrenknoten ist ein Anschlagknoten (wie der Achtknoten), um ein Seil mit 2 Anschlagpunkten verbinden zu können. Bei der Personensicherung wird es empfohlen, den Hasenohrenknoten mit einem Sicherungsknoten zu sichern (Doppelter Spierenstich).

Bruchlastreduzierung ca. 35 %
7. Höhlenknoten / Spierenstichschlinge (Art: Schlinge)

Der Höhlenknoten dient als Materialknoten zur Befestigung eines Seiles an einem Karabiner. Dadurch dass sich die entstehende Schlinge zuziehen lässt, wird der eingesetzte Karabiner bewegungsfrei fixiert, was das Handling in schwierigen Situationen deutlich verbessern kann. Ich benutze diesen Knoten hauptsächlich um einen Schleifsack in schwierigen Höhlenpassagen hinter mir her zu ziehen oder Equipment irgendwo hinaufzuziehen oder abzulassen. Im Grunde handelt es sich um einen Doppelten Spierenstich, der eine Schlinge bildet.

Bruchlastreduzierung ca. 25 %
8. Kapuzinerknoten (Art: Seilendknoten)

Der Kapuzinerknoten ist dem Doppelten Spierenstich sehr ähnlich, nur das kein Seilstrang durch ihn hindurchläuft. Er eignet sich als Seilendknoten, um sicher zu gehen, dass ein Seilende nicht unbemerkt durch ein Abseil- oder Sicherungsgerät rutscht.
9. Kreuzklemmknoten / Klemmheist (Art: Klemmknoten)

Dieser Knoten ist, wie auch der Prusikknoten, ein sehr vielseitig verwendbarer und ebenfalls recht einfach zu knüpfender Klemmknoten. Er bildet einen Fixpunkt an einem Seil oder einer Leine, welcher unbelastet aber einfach verschoben werden kann. Ich verwende den Kreuzklemmknoten zum Beispiel, um ein Tarp an einer straff gespannten Firstschnur aufzuspannen, die zwischen zwei Bäumen eingebunden wurde.
10. Kreuzknoten (Art: Verbindungsknoten)

Der Kreuzknoten eignet sich, um zwei gleich starke Seil- oder Leinenenden schnell und einfach miteinander zu verbinden. Er sollte jedoch nur dort zur Anwendung kommen, wo er keinen wechselnden Belastungen ausgesetzt ist, da er sich ansonsten sehr leicht löst. Auf keinen Fall sollte er zur Personensicherung verwendet werden. Ich nutze ihn zum Beispiel um die freien Enden eines Prusikknotens an einem Tarp zu befestigen, damit dieses dann aufgespannt werden kann.

Bruchlastreduzierung ca. 55 %
11. Mastwurf / Webeleinenstek (Art: Anschlagknoten)

Der Mastwurf dient zur Befestigung eines Seils an einem Fixpunkt (Anschlagknoten) und ist auch nach starker Belastung leicht wieder zu lösen. Wird er an einem Seilende geknüpft, muss er mit einem Sicherungsknoten gesichert werden (Doppelter Spierenstich). Man nutzt ihn auch zur Selbstsicherung am Standplatz beim Klettern, oder um ein Boot anzubinden.

Bruchlastreduzierung ca. 50 %
12. Neunerknoten (Art: Anschlagknoten)

Der Neunerknoten ist eine Erweiterung des Achterknotens, der ebenfalls eine sehr sichere und feste Schlaufe bildet. Auch er wird hauptsächlich als Anschlagknoten verwendet, um ein Seil irgendwo zu befestigen. Ein festgezogener Neunerknoten kann aufgrund seiner Form leichter wieder geöffnet werden, als ein Achterknoten. Bei der Personensicherung wird es empfohlen, den Neunerknoten mit einem Sicherungsknoten zu sichern (Doppelter Spierenstich).

Bruchlastreduzierung ca. 30 %
13. Palstek / Bulin (Art: Schlaufe)

Der Palstek dient als Materialknoten zur Befestigung eines Seiles an einem Gegenstand und bildet eine feste Schlaufe, die sich, im Gegensatz zum Höhlenknoten, nicht zuziehen kann. Daher eignet er sich auch als Rettungsknoten. Als Anschlagknoten sollte er jedoch nicht verwendet werden (hier besser den Achterknoten nutzen). Ich verwende ihn zum Beispiel, um ein Seil an einem Pfahl / Poller zu befestigen.

Bruchlastreduzierung ca. 35 - 45 % (Doppelter Palstek ca. 50 %)
14. Prusikknoten (Art: Klemmknoten)

Ein sehr vielseitig verwendbarer Klemmknoten. Er bildet einen Fixpunkt an einem Seil oder einer Leine, welcher unbelastet aber einfach verschoben werden kann. Ich verwende ihn zum Beispiel, um ein Tarp an einer straff gespannten Firstschnur aufzuspannen. Er kann aber auch zum Aufstieg an einem Seil verwendet werden. Dazu sollte eine entsprechende Reepschnur jedoch nur halb so dick sein, wie der Durchmesser des Seiles selbst. Standardmäßig werden beim Prusikknoten mindestens 3 Wicklungen genutzt.
15. Schmetterlingsknoten (Art: Schlaufe)

Der Schmetterlingsknoten ist ein Materialknoten, mit dem man eine feste Schlaufe mitten in einem Seil knüpfen kann. Daher ist er besonders dann sehr hilfreich, wenn ein Seilende zum Binden nicht zur Verfügung steht. Durch das Anklappen der Knotenflügel, kann der Schmetterlingsknoten leicht wieder gelöst werden. Mit mehreren, in Abständen geknüpften Schmetterlingsknoten, kann man eine einfache Strickleiter improvisieren. Da der Schmetterlingsknoten in alle Richtungen belastbar ist, kann man mit ihm auch einen defekten Seilabschnitt abtrennen.
16. Topsegelschotstek (Art: Schlinge)

Dieser Klemmknoten bildet eine verstellbare Schlinge, die sich auch unter Belastung nicht wieder zuzieht. Daher eignet er sich sehr gut um Leinen und Schnüre auf Spannung zu bringen. Ich verwende ihn ebenfalls sehr gerne als Spannknoten für Zelt- und Tarp-Schnüre. Legt man den Topsegelschotstek auf Slip, ist er auch relativ leicht wieder zu lösen.