Gefährliche Biester: Zecken
von Kai Sackmann (Sacki)

Sobald die Lufttemperaturen im Frühjahr auf 6 bis 7 Grad Celsius ansteigen, werden die Zecken aktiv und verlassen die schützenden Laubschichten, in denen sie den Winter verbracht haben. Jetzt sind sie an einer Blutmahlzeit interessiert und warten auf ein vorbeiziehendes Säugetier. Jedoch sind die Zecken in der Auswahl ihrer Opfer nicht besonders anspruchsvoll und so wird auch der Mensch von ihnen befallen. Dass Zecken auf den Bäumen sitzen und sich auf Dich herabstürzen lassen, sobald Du darunter her gehst, ist eine fälschliche Annahme. Die Tiere klettern an die äußersten Enden von Halmen und Ästchen, flach wachsender Vegetation, unter einem Meter Höhe. Wenn Du durch die Natur wanderst, streifst Du die Zecke im Vorbeigehen ab. Sie macht sich dann auf die Suche nach einer schönen weichen Hautstelle, wo sie sich mit einem Teil ihres Kopfes durch die obersten Schichten Deiner Haut bohrt, um Blut zu saugen.

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Das Problem dabei ist, dass Zecken häufig Krankheitserreger in sich tragen und beim Vorgang des Blutsaugens daher Viren und Bakterien übertragen können. In Europa übertragen Zecken zum Beispiel das FSME-Virus (Frühsommer-Meningo Enzephaltitis). Eine weitere übertragbare Krankheit ist die Borreliose, eine Bakterien-Infektion. Sie ist die am meisten verbreitetste Zecken-Infektion.

Beide Krankheiten sind sehr schwerwiegende Erkrankungen, die innere Entzündungen, Lähmungen und sogar den Tod verursachen können, wenn sie nicht ärztlich behandelt werden. Neben diesen recht bekannten Erkrankungen, können Zecken auch sogenannte Anaplasmen-Erreger in ihren Körpern tragen. Dabei handelt es sich um Bakterien, die die weißen Blutzellen im Körper befallen und zerstören. Auch diese Erkrankung kann tödlich enden.
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Was also tun? Die Erkrankungen sind nicht sehr einfach zu erkennen und zu behandeln. Die FSME beginnt häufig wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Symptome der Boreliose sind Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber und eine eventuelle Schwellung der Lymphknoten. Bei der Borreliose ist oft noch eine kreis- oder ringförmige Rötung der Haut um die Einstichstelle zu erkennen, die sogenannte Wanderröte. Sie ist jedoch kein sicheres Zeichen, da sie bei etwa einem Drittel der Betroffenen nicht erscheint oder auch erst bis zu 7 Tage nach dem Zeckenbiss auftreten kann. Hinweis auf Anaplasmen-Erreger, sind fieberhafte Erkrankungen. Die Symptome der Krankheiten können auch erst Tage oder sogar bis zu 4 Wochen nach einem Zeckenbiss auftreten. In jedem Fall sollte man also einen Arzt aufsuchen, wenn plötzlich grippeartige oder sonst ungewöhnliche Beschwerden auftreten.

In einer Survival-Situation gibt es draußen in der Natur natürlich keinen Arzt. Das bedeutet, dass man besonders viel Wert auf Vorbeugung legen muss. Gegen die FSME kann man sich impfen lassen. Wer sich viel in der Natur aufhält, sollte zwingend einen entsprechenden Impschutz besitzen. Somit ist eine FSME-Infektion nahezu auszuschließen. Anders sieht es bei der Borreliose und den Anaplasmen aus. Hier gibt es keine Impfstoffe. Anaplasmen- und Borreliose-Erreger können nur mit Antibiotika behandelt und abgetötet werden. Beide Erkrankungen lassen sich relativ gut behandeln, wenn sie frühzeitig entdeckt werden.
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Die Erreger dieser Krankheiten werden in der Regel erst ca. 8 bis 12 Stunden, nach dem Beginn des Blutsaugens übertragen. Ich habe mir auf meinen Touren deshalb angewöhnt, jeden Abend einen „Zeckentest“ zu machen. Schlafe ich in selbstgebauten Hütten, kommt ein weiterer „Zeckentest“ jeden Morgen hinzu. Ich suche meinen Körper dabei - soweit möglich - vollständig ab.

Für Dich bedeutet das draussen in der Natur, zweimal am Tag Deinen Körper komplett abzusuchen. Da Du allein bist, kommt der Rücken dabei natürlich zu kurz. Aber auf dem Rücken sind Zecken eigentlich auch nicht zu finden. Sie suchen sich eher weichere Körperstellen. Ich habe schon unzählige Zecken gehabt, aber nie eine auf dem Rücken. Achte besonders auf Deine Kniekehlen, die Arme, die Armbeugen, die Achselhöhlen, die Flanken und den Genitalbereich.

Um Zeckenstichen bestmöglich vorzubeugen, trägst Du unterwegs möglich lange und geschlossene Kleidung. Meide hohes Gras, Gebüsche und Unterholz. Versuche an den am dichtetest bewachsenen Stellen ein paar Meter vorbeizugehen. Musstest Du mitten hindurch, klopf Dich anschließend ab und schüttle Deine Kleidung gut aus. Auf heller Kleidung kann man die kleinen Krabbler übrigens viel besser ausmachen.

Höchstwahrscheinlich wird es aber doch eine der Zecken schaffen ihr Ziel zu erreichen. Sie sollte dann schnellstmöglich entfernt werden. Am besten nimmst Du dazu eine Pinzette. Ohne Hilfsmittel kannst Du auch versuchen, sie mit den Fingernägeln zu greifen.
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Hier noch weitere Informationen zum Thema Zecken in Videoform. Unten rechts findest Du noch eine Produktempfehlung zum Thema Zecken-Schutz. Das vorgestellte Nobite-Spray verwendet Sacki seit Jahren sehr erfolgreich!

Mehr Informationen zu Blutsaugern und Parasiten findest Du in Sackis Buch Waldläufer-Wissen - Outdoor-Hygiene.

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